AS 3000
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ASC Tapedeck: Der AS 3000 und seine Nachfolger [1]
Es dürfte das Jahr 1980 gewesen sein, als ASC das erste HiFi-Kassettendeck auf den Markt brachte.
Auf der Suche nach passenden Spielpartnern für das eigene Tapedeck stieß ASC auf die Wuppertaler Kücke Elektronik, deren im Jahre 1980 vorgestellte Vorverstärker, Endstufe und Empfänger ASC von nun an unter dem eigenen Namen vertrieb. Anscheinend hatte es sogar Pläne gegeben, das Kassettendeck den Kücke Geräten anzupassen, wie aus der Werbung aus dem Jahr 1980 und einem kleinen Bild auf der Rückseite des Prospektes deutlich wird. In der Serie ist es aber bei dem eigenen Entwurf geblieben, bei dem Gehäusekonzept, Beschriftung und die exakte Lage der Bedienungselemente die unterschiedliche Herkunft belegen.
Der erste ASC Recorder war das Modell AS 3000 aus der Serie, zu der sich die Typen AS 3001, AS 2001 und AS 2000 gesellten. Die Serie dürfte bereits seit 1980 produziert worden sein und endete um 1986/87.
Es gelang mit dem AS3000 ein großer Wurf, der von Beginn an mit dem Platzhirsch von Revox, dem B710, konkurrieren konnte. Das galt allerdings auch für den Preis: Im April 1982 berechnete Saturn immerhin DM 2.948 für einen AS 3000. Die Stereoplay (7/81) fand den Preis allerdings angemessen: Preis-Leistungs-Verhältnis: „sehr gut“. Denn auch Klang und Meßwerte bekamen jeweils ein „sehr gut“. Auch die Dolby-Version AS3001 fand sich in der höchsten Bewertungsklasse für Kassettendecks der Stereoplay-Bestenliste wieder. Lediglich die Dynamik konnte natürlich nicht mit der des Highcom-AS3000 mithalten.
Die ASC gehören zu den ganz wenigen Kassettendecks „Made in Germany“, qualitativ zu den besten der Welt.
Die Ausstattung: AS 3000
Schon die Ausstattungsliste macht deutlich, daß hier höchste Ambitionen gepflegt wurden:
- Druckguß-Antriebsbaustein Papst Multidrive mit drei Motoren und Doppel-Capstan. Die Capstan-Wellen laufen nur in Funktion „pause“, „play“ oder „record“. Die Wickeldorne sind direkt getrieben (32sec. Umspulzeit für C60), eine Capstan-Welle direkt, die andere Riemen-getrieben
- Direct load Kassettenfach mit Staubschutz und IR-Berührungserkennung mit 10 sekündiger Befehlsspeicherung bei Unterbrechung der Kontaktsperre (außer Aufnahme)
- 3-Kopf-Auslegung mit Sendust Doppelkopfsystem (Cannon)
- halbautomatischer Einmeß-Einschub RALF (Response Adjust Level Frequency) für die kanalgetrennte Optimierung von Vormagnetisierung und Pegel für sechs vorprogrammierbare Kassetten-Bandtypen mittels 18 Wendelpotentiometern bei 400 Hz und 12,5 kHz (Testoszilator)
- Rauschunterdrückungssystem Highcom von Telefunken (vier getrennte Module, kanalgetrennt, für Aufnahme und Wiedergabe) und Dolby B (Wiedergabe), mit MPX-Filter
- Microprozessor-Steuerung: Direkte Funktionsanwahl ohne „stop“; wird aus „play“ das Umspulen (> verringerte Umspul-Geschwindigkeit) angewählt, springt das Gerät beim Loslassen der Befehlstaste wieder auf „play“
- Pitch-Control +/-5% zur Tonhöhenanpassung fremdbespielter Bänder
- Cueing durch gleichzeitiges Drücken von Umspulen und „play“ bei reduzierter Umspul-Geschwindigkeit
- Repitier-Funktion durch Drüken und Loslassen der schnellen Rücklauf-Funktion aus „play“
- Abschaltautomatik bei Bandende, Kassettenklemmern (2 sec.) und bei Lichtschranken-Auslösung
- Fluoreszenz-Spitzenwertanzeige mit Peakhold und abschaltbarer Frequenzkorrektur
- Mischfunktion für Hochpegel- und Mikrofoneingang: getrennte, kanalgetrennte Vorpegelregler, gemeinsamer Masterregler ohne Zwischenverstärker
- Hinterbandkontrolle an beiden Ausgängen und an der Aussteuerungsanzeige
- Muting
- vierstelliges, digitales Bandzählwerk (für 20 Tage Akku-gestützt), durch berührungslose Hall-Sensoren am Vorwickelmotor angesteuert (3 Digits pro Umdrehung)
- Memory-Funktionen mit Zero-Locator: 0-Stop, 0-Play, Reverse, Memory-Ready (Memory-Indizierung)
- Timer: Play / Record vorwählbar
- regelbarer Ausgang in DIN und Cinch (1V / 2,2k Ohm)
- regelbarer Kopfhörer-Ausgang (3V, 150 Ohm / 4-2000 Ohm Impedanz)
- kanalgetrennter Mikrofon-Eingang, auf 1mV (10kOhm) und 0,1mV (2 kOhm) umschaltbar (lt. BDA: Impedanz 200-500 Ohm/0,2mV/µbar bzw. 10-20k Ohm/2mV/µbar oder 200-2000 Ohm/0,2mV/µbar, symmetrisch oder asymmetrisch beschaltet)
- Cinch-Eingang 70mV, 50k Ohm
- DIN-Eingang 0,07mV/kOhm, 1,8k Ohm
- Fernbedienungs-Anschluß für optionale IR-Fernbedienung ASE3010
Die Evolution: Die Varianten 3001, 2001 und 2000
Mit der Einführung des Dolby C im Jahre 1980 war der Vorteil von Highcom gegenüber dem Dolby-Rauschunterdrückungssystem weitgehend dahin. Revox brachte 1981 den B710 Mk.II auf den Markt und ASC zog 1982 mit dem AS 3001 nach: Anstatt mit Highcom war der Recorder nun mit Dolby-C Steckkarten ausgerüstet. Das HX Pro von Bang & Olufsen fand übrigens nie Einzug in die ASC Recorder.
Dem 3001 stellte man gleich noch eine um den Einmeß-Einschub abgespeckte Version, den AS 2001, zur Seite. Korrekt justiert erreichte er die gleiche Klangqualität wie sein großer Bruder. Äußerlich war das Gerät auf den ersten Blick durch das Fehlen der RALF-Schublade und durch die runden, anstatt quadratischer Tasten für die Bandsortenwahl kenntlich.
Der 2001 verfügt über fünf Drucktasten für Ferro-, Ferrochrom-, Reineisen- und zweimal Chromdioxid-Programmspeicher. Es fehlen die Mikrofon-Eingänge und der zugehörige Pegelsteller, Pitch-Control und Muting-Schalter der 3000er. Das Zählwerk ist um die Memory Ready-Funktionen beschnitten. Auch fehlt die optionale Frequenzkorrektur des Aussteuerungsinstruments und schlußendlich der „Radio“ DIN-Anschluß.
Außerdem hat es einen AS 2000 gegeben, eine Light-Version die Ende 1985 als Nachfolger des AS 2001 anstatt eines Dual- nur noch einen direkt angetriebenen Single-Capstan Antrieb von Papst besaß.
Das Design des ASC blieb vom ersten bis zum letzten Gerät nahezu unverändert.
Alle Geräte soll es optional mit XLR-Anschlüssen gegeben haben. Zumindest der AS2000 sei, so ein Händler, auch in einer „Studio-Ausführung“ mit Pikatron-Ausgangsübertrager lieferbar gewesen.
Bandsorten-Empfehlung
Für den AS 3000 empfiehlt ASC die Bandsorten Maxell XL-IS (Fe), BASF Chromdioxid super II (Cr1), Maxell XL-IIS (Cr2), Agfa Carat (FeCr), Agfa Me (Me1) und Maxell MX (Me2). Auf diese Sorten ist das Gerät ab Werk voreingestellt.
Die Recorder der Serie 2000 sind werksseitig auf folgende Bandsorten eingemessen: Maxell XL-1S (Fe), BASF CR-SII (Cr1), Maxell XL-IIS (Cr2), BASF FeCr (FeCr) und Maxell MX (Me).
„Durch alle Bandsorten hindurch ist zu erkennen, daß die Entzerrung des AS 2000 besonders gut mit Bändern in Zweischichttechnik harmonieren. Einfach-Beschichtungen ergeben auf dem ASC eine Anhebung im Präsenzbereich oder zu schwache oberste Höhen.“ (Stereoplay 11/85)
Technische Daten
Meßwerte für den AS 3000 lt. Stereoplay 7/1981
Aussteuerungswerte (frequenzkorrigiert/lineare Charakteristik)
- Normalpegel CrO² 6dB / 5dB, Me: 5dB / 4dB
- 333Hz bei 3% K3, CrO²: 6dB / 6dB, Me: 6dB / 5dB
- 10 kHz bei Dauerton: CrO² 6dB / -1dB, Me: 4dB / 1dB
- 30ms CrO²: 5dB / -2dB, Me: 3dB / 0dB
- 3ms CrO²: 0dB / -6dB, Me: -1dB / -3dB
Kurzkommentar: Weites aussteuern erforderlich
Störabstände (bei 3% K3, links / rechts)
- Fremdspannungsabstand 51dB / 51,5dB ohne bzw. 74dB / 75dB mit Highcom bei CrO²-Band
- Fremdspannungsabstand 51dB / 52,5dB ohne bzw, 75,5dB / 76dB mit Highcom bei Me-Band
- Geräuschspannungsabstand 57dB / 57dB ohne bzw. 81,5dB bzw. 81dB mit Highcom bei CrO²-Band
- Geräuschspannungsabstand 57,5dB / 58dB ohne bzw. 82dB / 81dB mit Highcom bei Me-Band
Kurzkommentar: Dank Highcom überragend
K3-Verzerrung bei -10 dB (3-Harmonische, bei Cr / Me-Band)
- 40 Hz: 1% / 1,46%
- 1 kHz: 0,08% / 0,26%
- 4 kHz: 1,08% / 0,74%
Wiedergabefrequenzgang (Cr-Bezugsband) links / rechts:
- bei 63 Hz: 0,2dB / -0,1dB
-* bei 12,5k Hz: 0,3dB / 0,5dB
Kurzkommentar: Sehr genaue Wiedergabeentzerrung
Kurzkommentar zum Aufnahme/Wiedergabe-Frequenzgang: Hervorragend, gute Höhendynamik
Übersprechdämpfung (Cr-Band): 100Hz: 43dB, 1k Hz: 40dB, 10k Hz: 33dB
Kurzkommentar: Gute Kanaltrennung
Abweichung von der Sollgeschwindigkeit: 0,05%
Gleichlaufschwankungen (3150 Hz, unbewertet / bewertet):
- Aufnahme/Wiedergabe 0,106% / 0,075%
- Wiedergabe: 0,100% / 0,085%
Eingangsempfindlichkeit: Line (Cinch): 90mV, Radio (DIN): 0,08mV, Mikrofon (umschaltbar) 1/0,1mV
Die HiFi-Exclusiv bemerkt zudem „erstaunlich rauscharme Vorstufen“
Technische Daten des AS 3000 und AS 3001 (lt. BDA)
- Gleichlaufschwankungen (DIN 45507): +/-0,07%
- max. Abweichung der mittleren Geschwindigkeit: +/- 0,5%
- Löschdämpfung (1 kHz, Cr-Band nach DIN 45510): > 70 dB
- Vormagnetisierungs- und Löschfrequenz: 105 kHz
- Ruhegeräuschspannungsabstand (bezogen auf Vollaussteuerung K3=3% bei 333Hz mit/ohne Highcom): Fe (DIN) 83 / 56 dB, Cr (DIN) 81 / 58 dB, FeCr 86 / 61 dB, Me 85 / 59 dB
- Ruhegeräuschspannungsabstand (bezogen auf Vollaussteuerung K3=3% bei 333Hz mit Dolby C/Dolby B): Fe (DIN) 73 / 66 dB, Cr (DIN) 77 / 70 dB, FeCr 73 / 67 dB, Me 76 / 68 dB
- Höhenaussteuerbarkeit (Abnahme der Aussteuerbarkeit bei 10kHz gegenüber 333 Hz): Fe: -10 dB, Cr -9 dB, FeCr -11 dB, Me -5 dB
- Gesamtfrequenzgang (nach DIN 45500 4/75): Fe 20Hz-18kHz, Cr+FeCr 20Hz-20kHz, Me 20Hz-22kHz
- Abmessungen (BxHxT) 443x130x335mm, Gewicht 13kg
Meßwerte für den AS 2000 lt. Stereoplay 11/85
- Gemessene Bandsorte Fe / Cr1 / Cr2 / Me
- Bandempfehlung: Maxell XL-IS / - / Maxell XL-IIS / Sony MES
- Aussteuerungstip (Vorband, normales Programm): +5dB / - / +3dB / +8dB
- Aussteuerungstip (Vorband, höhenbetontes Programm): +1dB / - / -1dB / +5dB
- Aussteuerbarkeit (ohne NR): 315Hz bei 3%Kges: +4,5dB / +3,5dB / +2dB / +6,5dB
- Aussteuerbarkeit (ohne NR): 10k Hz bei Sättigung: -6,5dB / -10,5dB / -7dB /-0,5dB
Kurzkommentar: gut, Höhenaussteuerbarkeit in Position Cr1 ungenügend
- Rauschen (ohne NR): -51,5dB / -55dB / - / -53dB, Wiedergabeverstärker allein (Pos. Cr1) -59,5dB
Kurzkommentar: Etwas stärkerer Rauschpegel
Kurzkommentar zum Aufnahme-/Wiedergabefrequenzgang: Präsenzanhebung, Höhenabfall, sehr linearer Grundtonbereich, benötigt durchweg hochempfindliche Zweischichtbänder.
- Geräuschspannungsabstand (Dolby C): 71,5dB / - / 74dB / 79dB
- Höhendynamik (10kHz, Dolby C): 64,5dB / - / 67dB / 74,5dB
Kurzkommentar: Gut
- Aussteuerungsanzeige, Anstiegszeit auf 50%/90%: 6ms / 8,5ms, Rücklaufzeit/Peak Hold: 1,4s / -
Kurzkommentar: Linear, schnelle Spitzenwertanzeige, gut ablesbar.
- Übersprechen (10kHz, Vorband Hinterband): -36dB
kurzkommentar: mittleres Vorecho
- Gleichlauf (bewertet / linear): BASF Cr-SII +/-0,07% / 0,23%, TDR MA-R +/-0,09% / 0,26%
Kurzkommentar: befriedigend bis gut
- Abweichung von der Sollgeschwindigkeit: -0,5% (in der Vorserie 6 Sekunden lang -2%)
- Umspulzeit (C90): 52 Sekunden
Testberichte:
- Stereoplay 7/1981 (AS 3000)
- Audio 7/1981 (AS3000)
- Audio 8/1981 (AS3000)
- HiFi exklusiv 8/1981 (AS3000)
- Fono Forum 9/1981 (AS3000)
- Stereo 10/1981 (AS3000)
- Audio 9/1982 (AS3001)
- Stereoplay 11/1982 (AS2001)
- Fono Forum 1/1983 (AS2001 und AS3001)
- Stereoplay 3/1983 (AS3001)
- Stereo 11/1983 (AS3001)
- Fono Forum 9/1985 (AS2000)
- Stereo 9/1985 (AS2000)
- Stereoplay 11/85 (AS2000)
- Stereo 7/2007 (AS3000)