Antheus
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Technische Daten
- Anzahl der Chassis per Paar: 14
- Maximal möglicher Schalldruck: > 115dB
- Übertragungsbereich im Freifeld bei 85dB Schalldruck: 12,5 Herz bis 40k Herz +/- 3dB
- Verstärkerleistung per Paar 24x 150/220Watt
- Verzerrung der Endstufen von 220Herz / 20 Herz, 0,05 Watt bis 150 Watt: <= 0,03%
- Verzerrungen der Weiche bei allen Frequenzen und relevanten Pegeln: <= 0,01%
- Pegelstellereinstellschritte: 11x 0,5dB
- Einstellschritte der Room-Equalizer: 11x 1dB
- Übertragungsbereich der Elektronik: <= 2Herz bis > 200k Herz
- Gleichtaktunterdrückung des symmetrischen Eingangs: >= 66dB/10k Herz
- Eingangsempfindlichkeit (Level auf max., Flat gedrückt, alle Pegelsteller voll aufgedreht) für max. Leistung: 1V
- Eingangswiederstand asymmetrisch: 10 Kiloohm
- Eingangswiederstand symmetrisch: 2x 1 Kiloohm
- Anschlußspannungen: 110V / 220V, 50/60 Herz
- Maße: 45x159x60cm (BHT)
- Hersteller: Fischer Audio
Quelle: Bedienungsanleitung
Testbericht
Stereoplay 1/89
Einstufung in die absolute Spitzenklasse, Referenz. Marktpreisnennung: DM 29.900/Paar (Standard-Ausführung)
Sound 2/91
"Um eventuelle Illusionen gleich zu zerstören: Das Nonplusultra-Paar unseres Tests kostete stolzeste 38.00 Franken. Was der rund 1,6m hohe und 200kg schwere Lautsprecher-Koloss klanglich zu bieten hat, zeigt unser Test.
Zusammen mit der Elektronik-Kapazität Walter Fuchs grünete Andreas Fischer die Firma "Fischer Audiosysteme" mit Sitz in Stuttgart. Als "rechnender Kopf" verpflichtete man Dr. Roland Gauder, welcher darauf achtete, dass den Gesetzen der Physik Genüge getan wurde.
Andreas Fischers Rezept zu seinem neuen Meisterwerk lautete: Man übernehme das bewährte Prinzip eines bereits gebauten und lediglich 160.000 Mark teuren aktiven Vierwegsystems, entscheide sich erneut für eines der besten Wandlerprinzipien im Mittel-Hochtonbereich - nämlich das magnetostatische - und lasse die Bässe wie bisher durch bewährte dynamische Woofer aus einem aufwendigen Bandpaß-Bassgehäuse erschallen. Weiter spare man an Aufwand, denn der neue Hit soll ja erschwinglich sein.
Pegasus hiess Fischers Erstlingswerk und kostete, wie schon erwähnt, 160.000 DM. Etwas abgespeckt präsentiert sich nun die Antheus, die es in verschiedenen Versionen gibt. Die passive Antheus kostet 21.900 Franken, die aktive Version 31.900 Franken. Die getestete Turboversion mit leistungsstärkerer Bass-Endstufe erleichtert den Geldbeutel um knapp 38 Tausender.
Mit Abmessungen von 45x159x60cm (BHT) gehört die Antheus zu den größeren Kalibern. Bestückt ist dieses Wunderwerk mit zwei in einem Bandpass-Gehäuse vebauten, dynamischen 32-cm-Isophon-Bass-Chassis und Fostex-Magnetostaten. Die Trennfrequenzen liegen bei 150 Herz, 1000 Herz, 8kH. Bei den Magnetostaten fällt auf, dass die rückwärtig abgestrahlte Entergie vernichtet wird. Die Antheus ist demzufolge ein Direktstrahler.
Zur aufwendigen Chassisbestückung gesellten sich hochkarätige, sowohl symmetrisch wie auch asymmetrisch ansteuerbare, aktive Frequenzweichen mit 24dB/Okt. Flankensteilheit und Endverstärker, die in ihrer Potenz je nach Version variieren. Die Bass-Endstufen der Normalversion leistet 150 Watt pro Kanal, die Torbo-Antheus läßt die Wände mit 450 Watt erzittern. Über 4 Pegelregler läßt sich eine Feinanpassung an den Wohnraum und den persönlichen Geschmack vornehmen. Zusätzlich verfügt die Antheus über einen parametrischen Room-Equlaizer. Raffinierte Schutzschaltungen verhindern Beschädigungen der Chassis bei verschiedenartigsten Fehlbetrieben. Eigentlich selbstverständlich ist es, daß die Firma Fischer Audio die Lautsprecher auf jeden Raum einmißt und den Kunden bezüglich Plazierung bestens berät.
Der Sound der Superlative.
Auch ein abgebrühter Highend-Tester wird bei der klanglichen Beschreibung dieser Systeme Mühe haben, sachlich zu bleiben. Dies werden alle jene begreifen, die diese Lautsprecher selber mal in aller Ruhe und mit bekanntem Klangmaterial geniessen konnten.
Von ersten Moment an fasziniert dieser Direktstrahler durch eine natürliche räumliche Projektion. Hier wird nichts verdimensioniert. Eine Gitarre zum Beispiel bleibt eine Gitarre und wird nicht zur Harfe vergrößert. Die Raumakustik der verschiedenen Konzertsäle kommt perfekt zur Geltung, wie auch die positiven oder negativen Auswirkungen geglückter oder missratener Aufnahmetechnik.
Großorchestrale Musik bringt die Antheus mit selten gehörter Ausgewogenheit. Da zischen keine Höhen und bumsen keine Bässe. Alles steht am richtigen Platz und wird nicht aufgemotzt wie auf so vielen Strohfeuer-Effekt-Systemen.
Trotzdem ist eine ungeheuerliche Breitbandigkeit präsent, welcher jede Note der Kntrabässe bis zum höchsten Stakkato des Pikkolos voll zur Geltung bringt. Um so erstaunlicher ist es, dass die Mittellage nicht im geringsten von der Präsenz des Bass- und Hochtonbereichs bedrängt wird.
Mehrwegsysteme brillieren eher selten durch einen echt homogenen Klang. Und gerade punkto Homogenität des Klanges macht es sich hier bezahlt, daß man sich ab 150 Herz konsequent zum magnetostatischen Prinzip bekennt. So steht zum Beispiel ein Flügel nicht scheinbar aufgespalten in vier Teilen vor dem Hörer, sondern als perfekte Einheit. Menschliche Stimmen reproduziert die Antheus ebenfalls meisterhaft. Glockenrein erklingen die Sopräne, und Dröhneffekte bei Tiefen männlichen Stimmen sind nicht im geringsten zu erlauschen.
Punkto Klangdefinition kann es die Antheus mit besten Elektrostaten aufnehmen. Streicher wirken bei linearer Einmessung traumhaft schön, und feinste spieltechnische Nuancen werden hörbar. Wie deutlich man das feine Cembalo heraushört, ist schon fast unglaublich.
Aber nicht nur Feinheiten bringt die Antheus perfekt zu Gehör. Wenn es sein muß, erschallten Trompeten mit wahrer Urgewalt. So bieten diese Spitzensysdteme nicht nur bei zarten Streichquartetten höchsten Musikgenuß, sondern stellen auch bei harter, aggressiver Rockmusik Klänge in den Kaum, welche in die Glieder fahren. Aber muß man dann allerdings zwischen Kreischorgien ordinärer Lautsprecher und Dynamikfeuerwerk der Antheus unterscheiden. Der enorm druckvolle, aber auch bei hohem Pegel völlig unverzerrte Klang nervt auch nach längerem Hören nicht. Becken erscheinen mit hoher Brillianz, fein und hervorragend definiert. Stimmen haben einen sagenhaften Sound und vom druckvollen, aber knochentrockenen Bass, der sich nicht nur blitzschnell zur Stelle meldet, sondern auf Kommando seine Aktion ebenso flink stoppt, darf man wahrhaft schwärmen.
Mein Herzenswunsch wäre es ein Rock-Pop-Konzert in Antheus-ähnlicher Klangqualität zu hören. Dann könnte man den schief gewickelten PA-Profis mal beweisen, dass man beim Zuhören mit einem extrem kraftvollen, sauberen und unlimitierten Klang mehr erreichen kann als mit sinnlos hohen, stark verzerrten und gehörschädigenden Schallpegeln.
Fazit:
Die hier gestesteten Antheus-Turbo ist in jeder Beziehung eine Ding der Superlative. Zum absolut hervorragenden klang gesellt sich leider auch ein entsprechender Preis. Wer sich die Boxen momentan gerade nicht leisten kann, sollte sie sich wenigstens mal ganz unverbindlich beim Schweizer Importeur in aller Ruhe anhören." Hans Jürg Baum