Duplizieren

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Duplizieren

Industrielles Vervielfältigen (Schnellkopieren) von Ton- und/oder Bildaufzeich-nungen auf Magnetband in großen Stückzahlen, meist in Kassetten.

a) Duplizieren von Kompakt-Kassetten (Schnellkopieren, high-speed duplicating)

Zunächst wird das „Programm“ aus den Original-Aufzeichnungen auf einem 2 x 2-spurigen Masterband (Breite meist 12,7 mm oder 25,4 mm) zusammengestellt, wobei das zweite Spurpaar gegenläufig („rückwärts“) zum ersten aufgezeichnet ist.
Anfang und Ende des Masterbands werden, zu einer EndlosSchleife verbunden, in einen Schleifenkasten (loop bin) eingespult. Aus diesem Kasten heraus wird das Band mit vielfacher Sollgeschwindigkeit (32 ... 128 fach, d.h., bei 19 cm/s mit 6,1 ... 24,4 m/s) auf dem Master-Tonbandgerät abgespielt und anschließend wieder eingespult.

Neuerdings werden hierfür auch spezielle Fest-plattenlaufwerke eingesetzt, auf denen das Programm in digitaler Form gespeichert wird.

Auf mehreren Tochtermaschinen (slaves, z.T. über 20 pro Mastermaschine) werden 3,81 mm breite Tonbänder großer Länge (z.T. über 4 000 m) mit dem gleichen Vielfachen der Sollgeschwindigkeit wie das Masterband bespielt. Beide Spurpaare werden also gleichzeitig aufgezeichnet; das Programm ist auf dem Tochterband zunächst mehrmals hintereinander vorhanden. Das Ende jeder Teil-Aufzeichnung markiert ein Signal (cue tone, beim Abspielen nicht hörbar). Anschließend wird je ein „Programm“-Teil in eine Kompakt-Kassette einge-spult. Beim Abspielen mit einfacher Sollgeschwindigkeit ergibt sich wieder die richtige Ton-höhe.

b. Duplizieren von Video-Kassetten

  • 1. Herkömmliches Verfahren:
Das Masterband (s.o.) wird auf einem professionellen Gerät (U-matic, C-Format) zusammengestellt und abgespielt. Angeschlossen sind mehrere (z.T. über 100) modifizierte Heim-Videorecorder, die das „Programm“ mit Sollgeschwindigkeit („1 : 1“) unmittelbar auf das Magnetband in der Video-Kassette aufzeichnen. Dieses Verfahren ist zeitaufwendig; wegen der Schrägspuraufzeichnung kommt Schnellkopieren entsprechend dem Verfahren bei Kompakt-Kassetten nicht in Frage.
  • 2. Moderne Hochgeschwindigkeits-Verfahren:
das Masterband (mit besonders hoher Koerzitivfeldstärke, jedoch gleicher Breite wie das Tochterband) wird auf einer Spezialmaschine mit spiegelbildlichem Spurbild (im Vergleich zum Endprodukt) bespielt. Beim Kopie-ren wird die Magnetschicht des Masterbands in engen Kontakt mit der Schicht des Tochter-bands gebracht. Die eigentliche Übertragung bewirkt
2.1 beim Sprinter-Verfahren ein Magnetfeld, dem Mutter- und Tochterband ausgesetzt werden, wobei das Mutterband nicht angelöscht wird, das Zusatz-Feld jedoch den „Transfer“ auf das Tochterband berwerkstelligt
2.2 beim TMD-Verfahren (thermal magnetic duplicating) die intensive Erwärmung der Kontaktstelle von Mutter- und Tochterband mittels Laserstrahl. Das Magnetmaterial des Tochterbands, Chromdioxid (CrO2), ist nach Erwärmung auf ca. 130 °C (Curie-Punkt) unmagnetisch und wird beim Abkühlen vom Magnetfeld des Mutterbands „geprägt“.


Je ein „Programm“ wird anschließend in eine Kassette eingespult.

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