Fischer Audio
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Die Firma
Der Ingenieur Andreas Fischer gründete Ende der Achtziger Jahre zusammen mit dem Essener Elektronik-Spezialisten Walter Fuchs die Firma Fischer Audio Akustik-Entwicklung & Produktberatungs GmbH in Stuttgart.
Es entstanden zwei Boxen-Giganten, deren dynamischer Teil von Andreas Fischer und dessen Elektronik vom Verstärker-Spezialisten Fuchs entwickelt wurden; Fuchs hatte sein Können als Verstärker-Spezialist bereits bei SAC [1] unter Beweis gestellt.
Fischer Audio war nur ein kurzes Leben vergönnt. Die Antheus überlebte noch kurze Zeit im Programm von SAC als Cantabile.
Die Boxen
Die Lautsprecher des Duo's sind magnetostatische Direktstrahler mit dynamischen Woofern.
Die Bestückung beider Modelle erfolgte mit Fostex-Magnetostaten und 32cm-Isophon-Bässen.
"Die Lautsprechersysteme Pegasus und Antheus sind Vierwegesysteme im Vollaktivbetrieb. Sie stellen in Chassisauswahl, Elektronik und Einstellmöglichkeit die Grenze des derzeit Machbaren dar. Ab 150 Herz werden zur Schallabstrahlung nur Magnetostaten benutzt. Durch den flächigen Aufbau dieser Schallwandler und die symmetrische Anordnung auf der Schallwand werden eventuelle Phasenprobleme von vornherein vermieden. Der Tieftonbereich unterhalb von 150 Herz wird von Bandpaßsystemen abgestrahlt. Jeder Lautsprecher wird von einem eigenen Verstärker angetrieben." (Quelle: Bedienungsanleitung)
Bestückung
Bass
Zum Einsatz gelangen 32cm Tieftonlaufsprecher mit 15 Herz Resonanzfrequenz und einem Wirkungsgrad von ca. 94 dB. Durch den Einbau in Bandpaßgehäuse ergibt sich (im Raum gemessen) ein nutzbarer Frequenzbereich von 10 Herz bis 180 Herz (-3dB). Das Bandpaßprinzip ermöglicht eine fast vom Raum unabhängige Tieftonwiedergabe, da der Lautsprecher allein nur durch sein vorderes Luftvolumen in seinem Verhalten bestimmt wird. Ein weiterer, rein optischer Vorteil ist, daß durch die Art des Einbaus kein Tieftonlautsprecher zu sehen ist.
Tiefmittelton-Lautsprecher
Hier findet ein Magnetostat mit einem Einsatzbereich von 150 bis 1k Herz Verwendung. Der Wirkungsgrad beträgt ca. 91 dB/1 Watt/1m. Der vom Lautsprecher rückwärts abgestrahlte Schall wird in einer besonders gedämpften Kammer erst von einer Flächenwelle in eine Kugelwelle umgeformt und dann absorbiert. Dadurch kann kein rückwärtig abgestrahlter Schall zu einem verfälschten Räumlichkeitseindruck führen oder als rücklaufende (reflektierte) Welle die Membrane zeitverzögert zusätzlich modulieren. Die große schallabstrahlende Fläche wirkt sich besonders bei Stimmwiedergabe in diesem unteren Frequenzbereich positiv aus.
Mittelton-Lautsprecher
Dieser strahlt den Bereich von 1 kHz bis 8k Herz ab. Da bei einem Magnetostaten die Membran als Ganzflächiges angetrieben wird, ist somit die Impulsverarbeitung hervorragend. Den Vorteil der großen Fläche findet man hier ebenfalls wieder, gekoppelt mit der geringen schwingenden Masse. Wie beim Tiefmitteltöner wird der rückwärtige Schallanteil in einer ähnlichen, aber kleineren Kammer vernichtet.
Hochton-Lautsprecher
Im Hochtonbereich (über 8kHz) finden ebenfalls Magnetostaten Anwendung. Dieser Bereich ist nach oben hin nicht begrenzt und reicht durch das natürliche Abstrahlverhalten bis über 40 kHz hinaus. Die extrem geringe Masse der Membrane und die hohe magnetische Antriebskraft ermöglichen ein phänomenales Auflösungsvermögen. Der rückwärtige Schall läuft ebenfalls in eine absorbierende Kammer.
Verstärker
Alle Lautsprecher werden einzeln über eigene Verstärker angetrieben. Jede Endstufe hat eine Leistung von 150 Watt an 8 Ohm bzw. 220 Watt Spitzenleistung. Damit steht genügend Headroom zur Verfügung, um einen verzerrungsfreien Betrieb mit extrem hohen Lautstärken zu ermöglichen, auch im Dauerbetrieb. Für höhere Umgebungstemperaturen und Discobetrieb ist eine Version mit verstärkter Kühlung lieferbar. Alle Endstufen sind mit einer Steuerung durch hochwertige Operationsverstärker programmiert.
Aktive Frequenzweiche
Alle Systeme werden mit 24 dB/Oktave getrennt durch steckbare Filterkarten mit Besselcharakteristik. In allen Karten ist eine Frequenzgangentzerrung für die Einzelchassis im eingebauten Zustand enthalten. Um keinen Phasenfehler durch die Weiche zu erhalten, wurden die Übergangsfrequenzen mit -6dB gewählt.
Die Weiche besitzt einen symmetrischen und einen asymmetrischen Eingang. Auf Wunsch kann auch ein 4-poliger symmetrischer Eingang eingebaut werden mit 10V Fernstart (Burmesterkompatibel). Ein fest eingebautes Subsonicfilter mit 18 dB/Oktave. beschneidet die Frequenzen unter 10 Herz. Der Eingangspegelsteller ermöglicht ein 11-stufiges Absenken des Eingangspegels um 10 dB sowie eine Mute-Funktion. Mit dem Room-Equalizer ist eine (abschaltbare) Standortentzerrung mit 484 Einstellmöglichkeiten gegeben. Raumeigenschaften können damit weitgehend ausgeglichen werden.
Mit 4 weiteren Pegelstellern (0,5dB Schritte) ergeben sich die Feinanpaßmöglichkeiten der Lautsprechersysteme auf den Raum und den Hörer. Mit je 11 Positionen pro Schalter ergeben sich über 14.0000 Einstellpositionen.
Die Weiche enthält außerdem eine signalgesteuerte Einschaltautomatik (abschaltbar) mit Schwerlastanlauf.
Stromversorgung
Die Weiche hat ihre eigene stabilisierte Stomversorgung, die alle Bauelemente immer unter Temperatur hält. Bei der Version Pegasus existieren 24 Einzeltransformatoren mit je 190 Watt; bei der Antheus je 1 Transformator mit 1,8 kW Leistung. Alle Transformatoren werden über einen Schwerlastanlauf an 220 Volt gelegt. Damit ist ein Betrieb mit normalen Haushaltssicherungen möglich. Die Version Pegasus besitzt je Endstufe eine Ladekapazität von 2x 12.500 µF. Die Version Antheus besitzt je Seite 6 (8) x 12.500 µF Ladekapazität.
Schutzschaltung
Alle Endstufen unterliegen der Überwachung durch eine Schutzschaltung. Bei dem Modell Pegasus kommen 24 Schutzschaltungen mit Einzelauslösung zum Einsatz, beim Modell Antheus je Lautsprecher eine Schutzschaltung mit Mehrfacheingängen. Die Schutzschaltung wird bei folgenden Anlässen aktiviert:
- Massive Überlastung der Verstärker (Clipping)
- defekte Endstufen
- Gleichstrom oder Frequenzen unter 10 Herz am Verstärkerausgang
- Übertemperatur
- Netzspannungsausfall
- erstmaliges Einschalten
- ferngesteuertes Einschalten
- ausschalten