Metropolitan CCD
Das Eumig Metropolitan Concert Cassette Deck ist ein ungewöhnliches, in seiner Zeit, angedenk der damaligen Konkurrenzmodelle, nahezu phantastisches Gerät:
„Echte Studioqualität durch perfekten Gleichlauf.
Die opto-elektronische Capstan-Kontrolle ersetzt die bei herkömmlichen Recordern übliche mechanische Schwungmasse. Praktisch trägheitslos und verknüpft mit einem System ausgeklügelter Elektronik und MOS-Logik kontrolliert bzw. korrigiert sie Gleichlaufschwankungen 15.000mal pro Sekunde. Die in den Eumig-Cassettengeräten erzielten Gleichlaufwerte übertreffen die Bedingungen der DIN-Norm 45511, Bl.1, die für Studiotonbandgeräte mit 19cm/s Bandgeschwindigkeit gelten. Die Hochlaufzeit vom Stand zur Sollgeschwindigkeit beträgt weniger als 40 Millisekunden."
Das Herzstück der opto-elektronischen Capstan-Kontrolle ist eine Scheibe, auf der mit höchster Präzision 2.500 Teilstriche aufgezeichnet sind, die mit Hilfe zweier Fototransistoren abgetastet werden, und der Regelungselektronik Auskunft über die aktuelle Drehzahl des Capstan-Antriebes geben.
"Geräusch-Spannungsabstand bis 73dB: Ein Wert für professionelle Ansprüche.
Der Ruhegeräusch-Spannungsabstand liegt bei Verwendung von FeCr-Band ohne Dolby bei bisher für unerreichbar gehaltenen 65dB (nach DIN). Darüber hinaus wird die Traumgrenze von 70dB durch den Einbau einer Neuentwicklung des Dolby-Stretchers 645, überschritten.
Die vier Dolby-Stretcher werden sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe wirksam – und zwar für jeden Kanal getrennt.
3-Kopf-System: Kein Unterschied zwischen Originalton und Aufnahme.
Eumig hat die Tonköpfe speziell für exzellenten Frequenzgang und großen Geräuschspannungsabstand entwickelt, so daß zwischen Original und Aufnahme kein Qualitätsunterschied herausgehört werden kann.
Löschkopf, Aufnahmekopf und Wiedergabekopf sind so angeordnet, daß die optimale Positionierung für Aufnahme und Wiedergabe gewährleistet ist – und dies für die ganze Lebensdauer der Köpfe.
Die völlig verwindungsfreie Druckguß-Trägereinheit läßt auch bei häufigem Gebrauch keine Abweichungen von der idealen Positionierung zu. Wie wichtig Präzision hier ist, wird einem klar, wenn man bedenkt, daß der Wiedergabespalt nur eine Breite von etwa 1/1.000mm hat.
Eumig hat auch das Kopfträgersystem neu konzipiert: Ein anschwenkbares Gelenk anstelle der üblichen Schiebereinheit.
Mit der Möglichkeit der Azimutjustierung kommt Eumig allfälligen Sonderwünschen entgegen.
Aus der Verwendung des 3-Tonkopf-Systems in den Eumig Metropolitan Cassettengeräten resultiert die Möglichkeit der echten Hintergbandkontrolle. Mit dem 3-Kopf-System sind auch wirkungsvolle Echoeffekte realisierbar.
Aktives Mischpult mit MOS-Logik. Damit Sie alles richtig machen.
Punkt für Punkt wird hier professionelle Qualität bewiesen: Die manuelle Aussteuerung erfolgt elektronsich über integrierte Schaltkreise also absolut knacksfrei.
Die automatische Aussteuerung wird sogar bei Programmix wirksam. Echoeffekte bringen wirkungsvollen Nachhall.
Das aktive Stereomischpult ermöglicht eine ideale Aufbereitung aller beliebigen Tonquellen: Hi-Fi-Recorder, Tuner, Mikrofon, Plattenspieler, Tonbandgerät und Tonprojektor.
Die Logik des Mischpultes wählt bei Programmix oder für Echoeffekte automatisch den noch nicht belegten Kanal. Leuchtdioden zeigen an, welche Programmquelle in welchem Kanal eingespeichert ist. Ein Tastendruck – und die Aussteuerung erfolgt manuell. Dabei wird das in Funktion befindliche Stereokanalpaar selektiv beleuchtet, und gleichzeitig leuchtet auch die Skala des Spitzenwertanzeigers auf. Nun können beide Kanäle individuell ausgesteuert werden, und zwar über staubgeschützte, leichtgängige Schieberegler, die elektronisch über integrierte Schaltkreise (IC) knacksfrei wirksam werden.
Grundlegend neu ist auch die Aussteuerungsanzeige über trägheitslose, und in Prozent-Vollaussteuerung von -20dB bis +6dB. Die Skala ist in dB- und in Prozent-Vollaussteuerung geeicht. Durch die Anordnung dieser Leuchtdioden in zwei Parallelzeilen ist nun erstmals eine echte Simultankontrolle beider Kanäle möglich. (...)
Verwindungsfreie Druckgußeinheiten für Cassettenlaufwerk und Tonköpfe.
Eines der Hauptanliegen beim Bau von Cassettenlaufwerken ist die Forderung, daß alle Justierungen nach Jahren noch ganz präzise stimmen. Das gesamte Cassettenlaufwerk wurde in einem völlig verwindungsfreien Druckgußchassis untergebracht. Antriebsmotor, Cassettenhalterung und Tonköpfe sind einander ideal zugeordnet, und unverrückbar bleiben alle Einstellungen so, wie sie im Werk justiert wurden. Gerade die Compact-Cassette, die von ihrer Konstruktion her gewisse Grundprobleme aufwirft, erfordert für das Laufwerk eine Mechanik in absoluter Spitzenqualität, die eine exakte Bandführung gewährleistet. Eumig hat dieses weitgesteckte Ziel konsequent verfolgt und erreicht.
Auch die Tonköpfe wurden in einer leicht austauschbaren Trägereinheit aus verwindungsfreiem Druckguß montiert.“ (Quelle: Prospekt Eumig „High Concert Fidelity“).
Die Bandsortenwahl erfolgt für die Typen I und II automatisch. Typ-III-Bänder können manuell über einen Schiebschalter unter der Cassettenfach-Abdeckung gewählt werden.
Der Dolby-Kreis kann über zwei Räder an der Vorderseite des Eumig kalibriert werden.
Das Cassettenfach ist 2-stufig wirksam. Die erste Stufe öffnet nur den Deckel, die zweite Stufe den viscositätsgedämpften Cassettenlift.
Das mechanische Bandzählwerk hat eine Memory-Funktion mit LED-Kontroll-Anzeige.
Der MPX-Filter wird an der Unterseite des Gehäuses geschaltet. Ebenso befindet sich hier die Eingangs-Umschaltung (Empfindlichkeit) von DIN auf Cinch. Beide Taster wirken auf den ersten Eingang. Die Eingänge befinden sich an der Rückseite des Metropolitan.
An der Vorderseite befinden sich die Mikrofon-Eingänge, deren Empfindlichkeit umschaltbar ist. Außerdem befindet sich dort der Schalter für den Testgenerator zur Azimutjustage.
Neben dem Modell CCD bot Eumig übrigens auch das Metropolitan Concert Center mit eingebautem Empfänger und 2x 50Watt (Sinus)-Verstärker an. Die Metropolitan-Serie blieb bis 1979 im Programm und wurde von dem FL-1000µP und dem bei Alpine zugekauften FL-900 abgelöst.
Der Metropolitan ist recht selten geblieben. Trotzdem gibt es in der Serie kleine Unterschiede, so z.B. ein zusätzlicher Drehpoti an der Front des jüngeren Gerätes.
Der Metropolitan ist ein interessanter, aber auch kapriziöser Gefährte. Soll heißen: Meistens kaputt und kaum reperabel. Das Gerät hat einen Reibrad-Antrieb, dessen Räder gerne glatt und hart werden. Die Elektronik beginnt gerne - vor allem wenn das Deck länger unbenutzt war - zu spinnen.
Technische Daten.
- Frequenzbereich
- -Eisenoxid 30 bis 16.000 Herz +/- 3dB
- -Chromdioxid und Eisenchrom 30 bis 18.000 Herz +/- 3dB
- Geräuschspannungsabstand (ohne / mit Dolby, Effektivwert, bewertet nach Kurve A
- -Eisenoxid: 58dB / 66dB
- -Chromdioxid: 60dB / 68dB
- -Eisenchrom: 65dB / 73dB
- Löschdämpfung: > 70dB
- Kanaltrennung (bei 1kHz): > 26dB
- Gleichlaufschwankungen (nach DIN 45507):
- -Wiedergabe Meßkassette +/- 0,08%
- -Wiedergabe einer Eigenaufnahme +/- 0,12%
- Abweichung der Sollgeschwindigkeit +/- 1%
- Hochlaufzeit < 40ms
- Rückspulgeschwindigkeit für C60-Kassetten: 40 Sekunden
- Mischpult:
- Eingänge (0dB Stellung)
- -Mikrofon 5mV an 20kOhm (nah) bzw. 0,6mV an 20kOhm (fern)
- -Input 1: 4mV an 33kOhm (DIN) bzw. 300mV an 470kOhm (Line)
- -Input 2: 300mV an 470kOhm
- Ausgänge: 300mV an 10kOhm (out) bzw. 300mV an 10kOhm (DIN)
- Mischregler-Stellbereich – 65dB bis + 15dB
- Aussteuerungsautomatik: Regelhub 40dB /Ansprechzeit 10ms / Haltezeit bis zu 120s
- Kopfhöreranschluß nach DIN 45327 für Kopfhörer von 8 bis 2000 Ohm
- Abmessungen (LTH): 434 x 300 x 138mm